Feuerkröten in der Telli!?

Der Name erinnert an die Fantasiebilder des bei Kindern beliebten Kartenspiels «Pokémon». Es handelt sich jedoch um ein kleines, einheimisches, krötenähnliches Tier mit dem offiziellen Namen «Gelbbauchunke» und gehört zur Gruppe der Amphibien.

Ihren Namen hat sie von der gelb-schwarz gefleckten Bauchseite. Die Oberseite ist lehmfarben oder gräulich, und dadurch ist sie sehr gut getarnt. Sie lebt in temporären Kleingewässern (Pfützen, Wassergräben). Die Gelbbauchunken sind dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber verstecken sie sich unter Steinen, Pflanzen oder auch Totholz. Sie ernähren sich von Insekten aller Art. Da diese Tierart als stark gefährdet gilt, ist sie schweizweit geschützt.

Bis vor ca. zwanzig Jahren war die Gelbbauchunke auch bei uns in der Telli heimisch. Bekannt waren damals zwei Vorkommen: das eine in einem häufig wasserführenden Karrengleis entlang des Weges, der zwischen der Delfter- und der Neuenburgerstrasse entlang des Sengelbaches führt. Das andere befand sich beim ehemaligen Kleintierzoo, in einem kleinen künstlichen Bachlauf, der in den Weiher führte.

Heute sind leider beide Vorkommen erloschen. Das Karrengleis wurde aufgrund von Reklamationen aufgefüllt und die Wasserzufuhr in das Bächlein erwies sich als zu teuer. Damit ist die kleine, sympathische Tierart keine Bewohnerin der Telli mehr – aber muss das so bleiben?

Aktuell versuchen wir vom Bachverein mit Hilfe des Werkhofes, den Tieren wieder einen typischen Lebensraum zur Verfügung zu stellen, und hoffen, dass die wanderfreudigen Gelbbauchunken ihn auch finden. Es soll nicht bei dem einen bleiben; schön wäre es, auch den Weiher beim Telli-Treff so zu unterhalten, dass den Tieren offene, sonnige und flache Uferpartien zur Verfügung stehen. Weitere periodisch wasserführende Tümpel wären erwünscht.

Wir würden es gerne erfahren, wenn sich irgendwo wieder Gelbbauchunken bemerkbar machen. Man muss sie nicht sehen, sie sind ab der Dämmerung hörbar. Ihr leiser Ruf wirkt etwas melancholisch und sympathisch. Den Ruf kann man auf der Homepage des Aarauer Bachvereins unter dem Link bachverein.ch/d/Bombina_variegata_Gelbbauchunke.mp3 abrufen. Die Rufaufnahme hat uns Kurt Grossenbacher zur Verfügung gestellt.

Bitte gib uns Bescheid, wenn du ein rufendes Tier bemerkst. Wir würden uns bemühen, den Standort zu sichern und wenn möglich aufzuwerten.


Publiziert in der Tellipost 519 Mai2026
Text: Peter Jean-Richard
Fotos: Peter Jean-Richard