Jahresbericht 2025 des Quartiervereins
Liebe Mitglieder des Quartiervereins, liebe Tellianerinnen, liebe Tellianer
Das vergangene Vereinsjahr schlug im Allgemeinen keine hohen Wellen – mit einer einzigen Ausnahme: Der sogenannte Wägeliskandal machte die Telli mit einem Schlag zum schweizweit bekannten Quartier – aber schön der Reihe nach.
Ausstellung Flashback Telli
Die Ausstellung, die anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums in den Gängen des Gemeinschaftszentrums erstellt worden war, konnte um ein Jahr verlängert werden und ist nach wie vor zu besichtigen. Auch der Katalog mit Hintergrundinformationen zu allen Aufnahmen liegt auf. Und die Bilder können noch immer käuflich erworben werden.
Spielnachmittag und Jahresversammlung
Das Vereinsjahr begann wie oft mit dem gemütlichen Familien-Spielnachmittag am 2. März. Rund vier Dutzend Eltern oder Grosseltern vergnügten sich mit ihren Kindern oder Enkel*innen – und besonders erfreulich war, dass auch einige Jugendliche am Anlass teilnahmen. Einmal mehr organisierten Elizabeth Urbano und Wilson Hurtado samt Tochter Sophia den Anlass. Vielen Dank!
Jahresversammlung
Die Jahresversammlung am 20. März verlief ohne grosse Ereignisse. Die Statuten wurden um den Zusatz ergänzt, dass die Redaktion der Tellipost in ihren Entscheiden frei ist. Sofia Hurtado trat aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand zurück. Alle übrigen Mitglieder wurden wieder gewählt.
Telli erleben
Am 28. März fand der erste Anlass im Rahmen der Reihe «Telli erleben» statt. Er galt den CH Media, bei welchen der Redaktionsraum, das Radio- und das TV-Studio sowie die Druckerei bestaunt werden konnten. Der Anlass fand hohe Beachtung. Den Bericht für die Tellipost verfasste ein neunjähriger Besucher!
Am 27. Juni konnte die Schule für Gestaltung besichtigt werden. Es war der zweite Versuch, nachdem beim ersten Mal im Herbst 2023 nur gerade eine Person anwesend war. Diesmal verfolgten rund 30 Personen die Ausführungen der beiden Leitungspersonen. Zugleich konnte die Jahresausstellung der Schülerinnen bewundert werden.
Am 16. Oktober war ein Besuch in der Schule der Stiftung zeka angesagt. Zu Beginn konnte man einem Training des Powerchair-Hockey-Teams beiwohnen. Danach führten uns jugendliche Bewohnerinnen des Internats durch die Schule und das Internat. Zum Schluss standen uns die Verantwortlichen der Stiftung für Auskünfte zur Verfügung. Auch dieser Anlass stiess auf reges Interesse.
Der Wägeliskandal
Was fünfzig Jahre hält, muss nicht unbedingt auch weiter richtig sein. Aber Änderungen sollten gut kommuniziert und mit den Playern im Quartier abgesprochen werden. Wenn Coop über Jahrzehnte toleriert, dass seine Einkaufswagen nach Hause mitgenommen werden, ist es schwierig, dies ohne Vorankündigung von einem Tag auf den anderen zu verunmöglichen. Natürlich geniessen die Tellianerinnen diesbezüglich eine schweizweite Sonderstellung. Und selbstverständlich wäre es auch anständig, man würde den benutzten Wagen bei nächster Gelegenheit wieder zurückbringen.
Jedenfalls gefiel es vor allem der älteren Generation nicht, dass man plötzlich mit Handtaschen zum Einkauf gehen und den schweren Einkauf nach Hause schleppen sollte. Und so kam es, dass sich im April ein Dutzend Rentnerinnen mit Transparenten versah und bei Coop vorstellig wurde. Dass der Filialleiter vor den Kameras der Presse einen Polizeieinsatz auslöste, war für diese ein gefundenes Fressen – und die Bilder gingen viral durch die gesamten Schweizer Medien. Das Problem ist bis heute ungelöst.
Mittlerweile werden die Einkaufswagen über die Magnetbänder angehoben – und von Zeit zu Zeit holen Coop-Angestellte einen Teil der Wägeliflotte wieder in den Laden zurück. Die Tellianer*innen wissen sich offenbar zu helfen und sind fantasievoll im Finden individueller Lösungen …
Kino Telli
Im Mai führten wir zum dritten Mal den Filmabend «Filme für die Erde» durch. Leider fanden kaum ein halbes Dutzend Personen den Film über nachhaltige Kleiderproduktion sehenswert – ein weiterer Rückgang des Publikums. Auf die Durchführung des Open Air Kinos verzichteten wir in diesem Jahr, weil auch da das Interesse der Tellianer*innen in den vergangenen Jahren recht ernüchternd ausfiel. Es scheint, dass das Publikum keinen Bedarf für Filmabende im eigenen Quartier hat – schade!
Tellifest
Das Tellifest fand in diesem Jahr in etwas reduzierter Form statt. Weil es aus personellen Gründen am gleichen Abend wie das MidA («Musig i de Altstadt») stattfinden musste, verzichteten wir auf ein Abendprogramm. Dadurch sparten wir uns die Abendgage für die Band, es entfielen aber auch die Einnahmen für Essen und Getränke. Das Publikum schien die Abendunterhaltung nicht wirklich zu vermissen, soweit uns diesbezügliche Äusserungen zu Ohren kamen. Im Übrigen war der Anlass im Rahmen der Vorjahre besucht. Neu kam diesmal der Kunstmarkt dazu, der in mehreren Räumen des GZ stattfand.
Neuer Lagerraum
Im Oktober konnte der Quartierverein im Rahmen des EKZ-Umbaus einen neuen Lagerraum beziehen. Das war ein guter Anlass, das Lager von altem Ballast zu befreien. Zu unserer Freude haben wir jetzt viel mehr Platz für unser Material …
Begegnungszone Aurorastrasse
Auf Ende Dezember wurde nach einer sehr mühsamen Planungs- und Wartezeit von sechs Jahren endlich die Begegnungszone Aurorastrasse fertiggestellt. Das Resultat ist minimal und eher ernüchternd; eine individuelle Gestaltung durch Familien und Anwohnerinnen wurde trotz Angeboten von Anwohnerinnen durch die Stadt abgelehnt. Begegnungszonen müssten genormt und überall gleich aussehen. Andere Städte handhaben das weit fantasievoller.
Oberstufenzentrum
Nachdem die Ortsbürgerinnen den Landabtausch auf der Leichtathletikanlage Telli gemäss ersten Plänen abgelehnt hatten, fand am 16. Juni 2025 der zweite Vorschlag für ein reduziertes Oberstufenzentrum mit 36 Abteilungen Zustimmung. Damit wird die Telli voraussichtlich ein Oberstufenzentrum mit rund 700–800 Schülerinnen plus Lehrpersonen und weiterem Personal erhalten.
Telli Ost
Der Entwicklungsrichtplan Telli Ost wurde 2025 weiter konkretisiert und im August einer interessierten Bevölkerung in der Telli vorgestellt. Leider besuchten nur sehr wenige Personen den Anlass, obwohl es unser Quartier massiv umkrempeln wird. Weiteres Gewerbe und unkonventionelle Wohnungen für jüngere Erwachsene und grosszügigere Wohnungen im höheren Preissegment für bis zu 1000 Personen sollen entstehen. Auch Kindergärten, ein Hort und möglicherweise später auch Schulräume sollen dazu kommen.
Austausch unter den Quartiervereinen und mit der Stadt
Zweimal hat sich der Quartierverein mit den anderen Quartiervertretungen getroffen, um sich auszutauschen und gemeinsame Probleme zu erörtern. Fragen, die sich an den Stadtrat richteten, konnten in den zwei Treffen mit diesem besprochen werden. So beispielsweise Themen zur städtischen Wohnbaupolitik (Stichwort aktive Bodenpolitik), zur Papier- und Kartonsammlung, zum Quartierbudget, zum Rüchligsteg oder zur Schulwegsicherheit.
Der Vorstand
Der aktuelle, neunköpfige Vorstand ist sehr aktiv, interessiert, effektiv und mit viel Power unterwegs. An fünf ordentlichen Sitzungen besprach der Vorstand die laufenden Geschäfte. Dazu kam eine ganze Reihe von Arbeitssitzungen einzelner Vorstandsmitglieder mit externen Playern (Stadtverwaltung, Quartiervereine, weitere Gruppierungen und Personen). Anfang Dezember gönnte sich der Vorstand wiederum ein Weihnachtsessen, diesmal wunderbar gekocht und im Cheminéeraum des GZ serviert von Menschen aus der Schule Leben und Lernen.
Kommunikation
Die Tellipost erschien 2025 erstmals nur noch viermal. Das gab zwar deutlich weniger Arbeit, verursachte auch deutlich weniger Kosten. Aber die Aktualität der Beiträge war nicht mehr gegeben, man erinnerte sich jeweils kaum mehr an die letzte Nummer, und es konnte somit keine Kontinuität mehr gewährleistet werden. Auch der Veranstaltungskalender ist kaum mehr von grossem Interesse, weil man sich die Termine nicht über drei Monate hinweg merken kann. Demgegenüber ist der redaktionelle Aufwand der Schreibenden nach wie vor recht hoch. Umso wichtiger war der zehnmal im Jahr erscheinende Newsletter. Dieser ist aktuell, kurz, schnell zu lesen und entspricht wohl eher dem Leseverhalten eines jüngeren Publikums. Allerdings: Lediglich 256 Personen haben den Newsletter abonniert, das entspricht einem guten Drittel der zahlenden Mitglieder – oder etwa 17% der Bevölkerung. Mit der Tellipost erreichen wir zwar jeden Haushalt – wie viele die Zeitung dann wirklich lesen, wissen wir leider nicht.
Am aktuellsten ist die neu eingerichtete WhatsApp-Gruppe «Telli-versum». Sie wird von rund 350 Tellianer*innen genutzt. Hier lassen sich schnell aktuelle Ereignisse oder Veranstaltungen mitteilen. Man kann Kleider tauschen oder Gegenstände verkaufen, aber auch Material ausleihen. Dieser Chat wird sehr rege genutzt.
Der Vorstand des Quartiervereins ist motiviert und kompetent aufgestellt. Er arbeitet effektiv und dezentral. Trotz der eher grossen Zahl von Vorstandsmitgliedern ist die Arbeitsbelastung für Einzelne relativ hoch. Hier müssen wir für die Zukunft die Arbeiten noch besser verteilen oder die Aufgaben reduzieren – oder aber den Vorstand durch weitere fleissige Mitglieder aufstocken. Vielleicht melden sich ja aufgrund dieses Artikels motivierte Menschen, die durchaus auch mal zum Schnuppern in zwei, drei Vorstandssitzungen reinschauen dürfen, bevor sie sich allenfalls für eine Kandidatur entscheiden. Uns würde es freuen!
