Wie die Telli und ihre Quartierstrassen zu ihren Namen kamen

Woher der Name «Telli» stammt, ist historisch nicht restlos geklärt: Manche Quellen leiten ihn von «Delle» (Senke) ab, andere vom verkleinerten «Täli». Früher stiegen die Stadtbewohner über Fahrwege in die saftigen Auenwiesen mit ihren Fischweihern hinab. In einer neuen Serie beleuchten wir die Ursprünge der Tellistrassennamen. Den Auftakt machen drei prägende Persönlichkeiten:

Johann Rudolf-Meyer-Weg (benannt seit 1948): Johann Rudolf Meyer (1739–1813), Seidenbandfabrikant und Förderer Aaraus. Er stiftete auf eigene Kosten die Trinkwasserleitung aus dem Roggenhausentäli in die Stadt, engagierte sich für Alpenreliefs und gründete die Kantonsschule mit. Sein Sohn liess später die bekannten «Meyerschen Stollen» anlegen.

Eversweg (benannt seit 1946): Ernst August Evers (1779–1823) aus Hannover war von 1804 bis 1817 Rektor der neu gegründeten Kantonsschule Aarau. Er setzte sich leidenschaftlich für eine ganzheitlich-humanistische Bildung ein und war Ehrenbürger der Stadt Aarau sowie Schwager von Heinrich Zschokke.

Guyerweg (benannt seit 1951): Erinnert an die Tuchfabrik im Guyergut, gegründet um 1827 von Johann Jakob Guyer (1789–1887) und Jakob Siebenmann-Wyss. Die Fabrik in den Tellimatten wurde später von Sohn Karl August Guyer weitergeführt.


Publiziert in der Tellipost 520 August 2026
Text: Ursi Karrer
Fotos: Sammlung Stadtmuseum Aarau